Niederfrequente Wechselfelder
Elektrische Wechselfelder
Jedes Kabel, jede Steckdose an denen eine Spannung anliegt "sendet" ein elektrisches Feld in seine direkte Umgebung. Alle Leitungen, auch die in der Wand, im Fußboden oder in der Zimmerdecke verhalten sich ebenso. Je nach Verdrahtung und den baulichen Verhältnissen kann so ein Feld mal groß oder auch klein sein.
Verursacher für elektrische Wechselfelder sind elektrische Installationen in Wand, Decke oder Fußboden. Im einzelnen sind dies unter Wechselspannung stehende Leitungen zu Steckdosen, Lampen, Schaltern, unter Spannung stehende Gerätezuleitungen zu Computern, wenn sie an Steckdosen angeschlossen sind, Leitungen zu Haushalts- und Arbeitsgeräten, zu Maschinen, Lampen, und Ladegeräten. Für die Existenz dieser Felder muss kein Strom fließen.
Der Stecker ist in der Steckdose, der Monitor ausgeschaltet, trotzdem steht die Anlage unter Spannung. Es baut sich ein elektrisches Wechselfeld um Schnur und Monitor auf und strahlt in die Umgebung aus – abhängig von der Anordnung der Leiter.
Mit der Entfernung von den Leitern nimmt das elektrische Feld rasch ab.
Befindet sich nun ein leitfähiger Körper (zum Beispiel ein Mensch) in einem elektrischen Wechselfeld, so "koppelt" dieser kapazitiv an das vorherrschende elektrische Feld an. Dabei treten Spannungen auf, die unter ungünstigen Umständen mehrere Volt betragen können.
Elektrische Wechselfelder lassen sich leicht abschirmen.
Magnetische Wechselfelder
entstehen bei fließendem Wechselstrom in Geräten oft auch im ausgeschalteten Zustand (Radiowecker, Stereo-Anlagen, Ladegeräte, usw.. Werden zum Beispiel am Abend viele Elektroherde eingeschaltet, fließt mehr Strom und die magnetischen Wechselfelder werden größer.
Magnetische Wechselfelder durchdringen Baustoffe und den menschlichen Körper nahezu ungehindert und lassen sich nicht so leicht abschirmen wie elektrische Wechselfelder.
Befindet sich ein leitfähiger Körper (zum Beispiel ein Mensch) in einem magnetischen Wechselfeld, so werden im Körper entsprechend dem Induktionsgesetz Spannungen und Wirbelströme "induziert".
Biologische Wirkung
Der menschliche Körper ist elektrisch leitfähig. Über die Nervenbahnen werden elektrische Signale geschickt, die die verschiedensten Prozesse steuern. Wenn von außen - über die magnetische Wechselwirkung – elektromagnetische Felder oder Wellen auf ihn einwirken, so können Nervenbahnen in ihrer Signalübertragung gestört oder der Stoffwechsel der Körperzellen negativ beeinflusst werden. Der Empfindlichkeitsgrad der Menschen ist zwar individuell unterschiedlich. Oftmals dauert es jedoch Jahre, bis gesundheitliche Probleme auftauchen.
Bereits 1984 hieß es in einer Arbeitsinformation der RWE (Rheinisch Westfälische Elektrizitätswerke Essen):
Ein Neurit (Nervenzelle) nimmt eine elektrische Reizung bei Spannungen oberhalb von 15 bis 20 Millivolt war. Bei Wechselspannungen hängt die Empfindlichkeit von der Frequenz ab. Die größte Empfindlichkeit der Nerven lässt sich bei ungefähr 50 Hz feststellen. Eine Störung elektrischer Lebensvorgänge durch äußere technische Anwendungen ist prinzipiell möglich.
Die Zellmembran ändert ihre Eigenschaft bei einem Reiz von 15 bis 20 Millivolt, sodass es zu einer Ladungsumkehrung kommt. Das heißt, dass elektrische Felder einen Stromfluss im Körper verursachen, was landläufig als Elektrosmog bezeichnet wird.
Belastend ist Elektrosmog in jedem Fall.
Baubiologische Vorsorgewerte (Schlafräume)
elektrische Wechselfelder 10 V/m
magnetische Wechselfelder 20 nT

